Tipps für bessere Bilder


Bitte beachten: diese Tipps richten sich an engagierte Amateure, Profis wissen selbst, was gut und richtig für sie ist.

 

Voraussetzung für ausgezeichnete Resultate sind möglichst gute Ausgangsdaten auf Seiten der Kamera und eine daran anschließende handwerklich gekonnte Bildbearbeitung mit geeigneter Software. Fotos, die am Bildschirm auf den ersten Blick gut aussehen, wirken auf Papier oft enttäuschend. Dafür gibt es hauptsächlich drei Gründe:

  • Der Monitor ist von minderwertiger Qualität und/oder nicht farbkalibriert.
  • Papier reflektiert Licht mit einem Kontrast von höchstens 1:100, Displays leuchten mit dem zehnfachen Wert.
  • Es fehlt die Erfahrung um Helligkeit, Kontrast, Weißabgleich, Tonwerte usw. richtig einzustellen.

Das beste Druckverfahren kann schlechtes Ausgangsmaterial nicht besser machen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn ein tolles Foto wegen technischer Mängel nicht zu gebrauchen ist.


Tipps für die Aufnahme


=> Verwenden Sie eine Systemkamera mit ausreichend großem Sensor. mehr
Beim heutigen Stand der Technik beginnt das bei MFT (13,5 x 18 mm) und APS-C (14,9 x 22,3 bzw. 15,6 x 23,6 mm). Größere Formate haben Vorteile, aber auch eine Reihe von Nachteilen (höhere Kosten, größere Abmessungen, größeres Gewicht, geringere Schärfentiefe, höhere Anforderungen an Hard- und Software). Inzwischen gibt es mehr Gründe für als gegen eine Spiegellose.
=> Vergessen Sie den Hype um die Megapixel. mehr
An der Bildqualität sind eine ganze Reihe von Faktoren beteiligt, die leider den Nachteil haben, dass sie sich nicht in griffige Werbesprüche übersetzen lassen. Wenn Sie aus der Hand fotografieren, ist es bis zu einer Verschlusszeit von 1/60 völlig egal, ob der Sensor 16 oder 36 MP auflöst. Erst bei 1/1000 Sek. kommt man in den Genuss der vollen Auflösung des 36 MP-Sensors, falls das Objektiv mitspielt.
=> Kaufen Sie eine gute Kamera, die zu dem passt, was Sie damit vorhaben. mehr
Welche in Frage kommt, erfahren Sie z. B. bei der Stiftung Warentest. Deren Aussagen muss man gelegentlich auch kritisch hinterfragen, richtig irre Kriterien und weltfremde Tests habe ich aber bisher ausschließlich in sog. Fachzeitschriften gefunden. Lesen Sie danach keine Testberichte mehr, sondern lernen Sie die Möglichkeiten ihrer Kamera ausgiebig kennen und vor allem: benutzen Sie sie so häufig, dass Sie beim Fotografieren nicht mehr über die Bedienung nachdenken müssen. Behalten Sie die Kamera mindestens zwei Jahre, am besten länger. Eine neue würde keine besseren Fotos machen.
=> Sparen Sie sich die 10 Euro für eine Hochglanz-Fotozeitschrift. mehr
Diese haben vorrangig das Ziel, Sie unzufrieden mit ihrem vorhandenen Equipment zu machen. Lesen Sie statt dessen lieber die «PHOTONEWS», die nur 3,30 Euro kostet, in der es aber um die Fotografie in all ihren Facetten geht und die noch dazu einen ausführlichen Ausstellungskalender mitbringt. Die Pfanne hat keine Ahnung davon, was in ihr brutzelt und genau so ist es mit der Fototechnik.
=> Fotografieren Sie unbedingt im RAW-Modus. mehr
Die Farbkanäle Rot, Grün und Blau haben nur bei einer Farbtiefe von 16 Bit (4096 Tonwerte je Kanal) genügend Reserven für die Korrektur von Belichtungsfehlern, Tonwerten und Kontrast, nicht aber im JPEG-Format bei 8 Bit (256 Tonwerte). Außerdem bleiben feinste Strukturen und Details erhalten, da keine Bildinformationen durch Kompression verloren gehen. Viele Kameras bieten die Möglichkeit, Bilder zugleich in RAW und JPEG aufzunehmen. Nutzen Sie diese Möglichkeit, wenn Sie die Fotos unmittelbar verwenden möchten.
=> Schrauben Sie die ISO-Zahl hoch, wenn es sein muss. mehr
Streben Sie einen möglichst geringen ISO-Wert an, aber wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind, gehen Sie mit dem ISO-Wert nach oben. Das Rauschen kann in der Bildbearbeitung ganz gut kompensiert werden, eine verwackelte Aufnahme ist und bleibt verwackelt. Finden Sie einen optimalen Kompromiss zwischen Belichtungszeit, Blendenwert und Bildrauschen.
=> Fotografieren Sie nicht mit ausgestreckten Armen. mehr
Diesen Unfug verdanken wir den Displays auf der Kamerarückseite. Halten Sie die Kamera stabil am Körper oder stützen Sie sie irgendwo ab. Benutzen Sie bei kritischen Aufnahmen unbedingt ein Stativ oder wenigstens ein Einbeinstativ. Man sollte die eingebauten Bildstabilisatoren nicht überschätzen.
=> Belichten Sie nicht auf die Schatten, sondern auf die Lichter. mehr
In der analogen Fotografie galt die Regel, auf die Schatten zu belichten. Nun ist es umgekehrt: «Expose to the right» meint, dass im Histogramm einer Aufnahme auf der rechten Seite reichlich helle Tonwerte zu finden sind. Mit anderen Worten: Vermeiden Sie unbedingt eine Unterbelichtung. Ein späteres Aufhellen zu dunkler Aufnahmen bei der Bildbearbeitung ist mit wesentlich größeren Tonwertverlusten behaftet als umgekehrt. Außerdem kann durch leichtes Überbelichten das Bildrauschen um Einiges reduziert werden.

Tipps für die Bildbearbeitung


=> Arbeiten Sie mit Farbmanagement von den Rohdaten bis zum Druck. mehr
Ihr Bildbearbeitungsprogramm muss in der Lage sein, die RAW-Daten ihres Kameramodells korrekt zu konvertieren und ihr Monitor muss in der Lage sein, die Farben korrekt darzustellen. Ersteres dürfen Sie als gegeben voraussetzen, wenn Sie z.B. mit den bekannten Programmen von Adobe arbeiten. Um den Monitor müssen Sie sich selber kümmern und das ist leider mit Kosten und Aufwand verbunden. Wenn Sie auf einen qualitativ hochwertigen Monitor und seine regelmäßige Kalibrierung verzichten, machen Farbkorrekturen an Ihren Fotos eigentlich gar keinen Sinn.
=> Wählen Sie auf allen Arbeitsebenen den Farbraum sRGB. mehr
Es ist unbestritten, dass AdobeRGB über den größeren Farbraum verfügt. Das wirkt sich meiner Meinung nach aber nur in den seltensten Fällen nennenswert auf den Bildeindruck aus. Wenn Sie bei sRGB bleiben, haben Sie nicht nur einen einfacheren Workflow, Sie können sicher sein, dass Ihre Fotos auf allen Geräten (sofern diese über ein Farbmanagement verfügen) korrekt dargestellt werden.
=> Passen Sie die Monitoreinstellungen für die Bildbearbeitung an. mehr
Stellen Sie bei der Bildbearbeitung am Monitor einen mittleren Kontrast ein und reduzieren Sie die Helligkeit unter 150 cd (das dürfte in vielen Fällen in der Nähe der niedrigsten Einstellung sein). Wenn Sie keine Bildbearbeitung betreiben, können Sie die Helligkeit ja wieder hochdrehen.
=> Arbeiten Sie so lange wie möglich mit maximaler Farbtiefe. mehr
Führen Sie alle Änderungen am Bild mit der größten Farbtiefe (mindestens 48 Bit) aus und reduzieren Sie diese erst zum Schluss beim Export ins JPEG-Format auf 24 Bit.
=> Verwenden Sie viel Sorgfalt auf den Weißabgleich. mehr
Das gilt insbesondere, wenn bildwichtige Teile farbkritisch sind und Abweichungen (sofern sie kein Gestaltungselement sind) sofort unangenehm auffallen. Dazu gehören insbesondere die Hauttöne beim Menschen, für die wir ein «Farbgedächtnis»« haben, wodurch sie schnell unnatürlich wirken. Aber auch alle Objekte, die wir als rein weiß in Erinnerung haben, fallen darunter. Ein Sonderfall sind Reproduktionen von Kunstwerken, wo die Anforderungen an Farbgenauigkeit besonders hoch sind.
=> Achten Sie darauf, dass Ihre Fotos keine ausgefressenen Lichter aufweisen. mehr
Beim Druck auf glänzende Papiere können diese Stellen im Gegenlicht durch die fehlende Pigmentierung auffallen. Bedenken Sie, dass auf dem Monitor die Schatten noch durchzeichnet sein können, während davon wegen des geringeren Kontrastumfangs auf dem Papier nichts mehr zu sehen ist.
=> Beachten Sie, dass Fotos auf dem Monitor meist heller erscheinen als auf Papier. mehr
Sie ersparen sich die Enttäuschung über zu dunkle Abzüge, wenn Sie das Foto auf dem Display freigestellt mit einem breiten hellgrauen oder weißen Rand betrachten.
=> Denken Sie daran, dass Ihr Foto am Bildschirm nur in der 1:1 – Ansicht korrekt darstellt wird. mehr
In der verkleinerten Darstellung werden Pixel «erfunden», um die Komprimierung zu ermöglichen. Entgegen der landläufigen Vorstellung wird beim Verkleinern viel mehr Unschärfe produziert als beim Vergrößern.
=> Nutzen Sie den Softproof, um sich einen Eindruck vom gedruckten Bild zu verschaffen. mehr
Ihr Bildbearbeitungsprogramm sollte diese Option anbieten. Allerdings ist Skepsis angebracht. Einigermaßen realistisch ist der Eindruck nur, wenn Sie sich vom Papierhersteller ein Profil für das Papier und den Drucker besorgen, die später verwendet werden. Für den Softproof müssen Sie dann dieses Profil auswählen, möglichst mit Berücksichtigung der Papierfarbe (Weißgrad).
=> Exportieren Sie Ihre Fotos für den Druck immer in bester Qualität. mehr
Dem entspricht die volle Auflösung und die Qualitätsstufe 100%, wenn Sie das JPEG-Format wählen. Alternativ können Sie das unkomprimierte TIFF-Format wählen, was den zusätzlichen Vorteil hat, dass die Farbtiefe von 16 Bit erhalten bleibt. Für den Druck macht es keinen Unterschied, ob die Datei als JPEG oder TIFF vorliegt.
=> Exportieren Sie Ihre Fotos nicht ohne eingebettetes Farbprofil. mehr
In den gängigen Bildbearbeitungsprogrammen geschieht das automatisch. Nach einer weiteren Bearbeitung in Programmen wie IrfanView könnten jedoch Probleme auftreten, wenn der Drucker ohne Farbprofil orientierungslos ist.